Erzbistum setzt Johannes Paul II. ein Denkmal
Weihbischof Hans-Jochen Jaschke und der polnische Künstler Józek Nowak präsentierten gestern den Entwurf für eine mehr als zwei Meter große Bronzebüste von Karol Wojtyla.

Hamburg bekommt das bundesweit erste Denkmal für Papst Johannes Paul II. nach dessen Tod im vergangenen Jahr. Weihbischof Hans-Jochen Jaschke und der polnische Künstler Józek Nowak präsentierten gestern den Entwurf für eine mehr als zwei Meter große Bronzebüste von Karol Wojtyla. Am 29. Januar nächsten Jahres soll das Denkmal, das seinen festen Platz vor der St.-Ansgar-Kapelle am Dom St. Marien (St. Georg) finden wird, feierlich eingeweiht werden.
"Hamburg verdankt dem Verstorbenen sehr viel", sagte Weihbischof Jaschke. Der polnische Papst habe wesentlichen Anteil daran, dass die Spaltung Europas in zwei feindliche Blöcke überwunden wurde. Die Katholiken in Hamburg verdankten seinem Pontifikat zudem die Einrichtung des Erzbistums. Bereits kurz nach dem Tod des Papstes war die Idee entstanden, ihm in Hamburg ein Denkmal zu setzen. Eine Jury, der unter anderem die Restauratorin Ewa Gilun und die Professoren Bernhard Schwichtenberg und Heinz Spielmann angehörten, wählte aus mehreren Entwürfen die Arbeit des polnischen Bildhauers Nowak aus. Der in Pöcking am Starnberger See lebende Künstler ist Absolvent der Akademie der Bildenden Künste in Krakau. Ihm ist es mit dieser 500 Kilogramm schweren Skulptur gelungen, sowohl die Natürlichkeit als auch die Erhabenheit von Karol Wojtyla zum Ausdruck zu bringen. "Dieses Denkmal vereint Güte, Modernität, Größe und Bedeutung eines Christen, der sich selbst in seinen schwersten Stunden immer als das verstand, was er stets war - ein Diener der Menschheit in seinem Glauben", sagte der 44-jährige Bildhauer. Großen Anteil an der Finanzierung des 50 000 Euro teuren Denkmals haben die 16 000 polnischen Katholiken in Hamburg. Sie spendeten 30 000 Euro. Für den restlichen Betrag bittet das Erzbistum um weitere Spenden.
esh

Artikel erschienen am 21.09.2006, Die Welt


Hamburg bekommt ein Papst-Denkmal
Als bundesweit erste Stadt erinnert Hamburg an Johannes Paul II.
Von Edgar S. Hasse

Als erste Stadt in Deutschland bekommt Hamburg ein Denkmal für den im vergangenen Jahr verstorbenen Papst Johannes Paul II. "Spätestens bis Ende dieses Jahres soll das Denkmal vor dem katholischen Dom St. Marien stehen", sagte Weihbischof Hans-Jochen Jaschke am Dienstag der WELT.
Das aus Spenden finanzierte Projekt ist eine Initiative des Erzbistums Hamburg mit seinen rund 20 000 polnischen Katholiken, die in der Hansestadt leben. Gegenwärtig liegen der Jury unter dem Vorsitz von Weihbischof Hans-Jochen Jaschke mehrere Entwürfe von Künstlern vor. Eine letzte Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Dem Gremium gehören neben Vertretern des Erzbistums und von Kirchengemeinden auch die Professoren Heinz Spielmann, Gründungsdirektor des Bucerius Kunst Forums, und Bernhard Schwichtenberg (Kiel), Verband der Bildenden Künstler, an. Das lebensgroße Denkmal für den früheren polnischen Pontifex wird aus Bronze gestaltet sein und seinen Platz in der Nähe der Ansgar-Statue in St. Georg finden.
Daß Hamburgs Katholiken sich für ein Denkmal zu Ehren Karol Woitylas entschieden haben, liegt für Weihbischof Jaschke auf der Hand: "Er war ein großer Papst und hat sehr viel für den Fall des Eisernen Vorhangs zwischen Ost und West getan." Hamburg habe durch die Grenzöffnung kulturell, wirtschaftlich und sozial enorm profitiert. Zur feierlichen Einweihung werden Vertreter der Kurie und aus dem Heimatland des Papstes erwartet. Karol Jozef Woityla wurde 1920 in Krakau geboren. Beim Amtsantritt als Papst Johannes Paul II. 1978 rief er den Gläubigen zu: "Habt keine Angst, die Tore weit für Christus zu öffnen. Fürchtet euch nicht!" esh

Artikel erschienen am 21.06.2006, Die Welt